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15.06.2010

Informationsvisualisierung: Daten transparent und verständlich aufbereiten

An der MODUL University Vienna fand vor Kurzem das Symposium "Climate Change Communication and Collaboration: Translating Awareness into Collective Action" statt. In den Vorträgen ging es um das Thema, wie Technologien wie beispielsweise Online-Tools und visuelle Interfaces dazu beitragen können, die Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Communities zu verbessern und die gewonnenen Erkenntnisse besser zu kommunizieren.

Die Vortragenden waren durchwegs der Meinung, dass es eindeutige wissenschaftliche Beweise gibt, dass die momentane Klimaentwicklung vom Menschen mitverursachte Gründe hat und dass diese Entwicklung ohne entsprechende Gegenmaßnahmen einschneidende Auswirkungen auf unser Leben haben wird.

Diese Erkenntnisse wurden aber bisher in einer Art und Weise aufbereitet und kommuniziert, die die Tragweite dieser Entwicklung nicht greifbar machten und zudem die Erkenntnisse und Untersuchungen selbst angreifbar und so nicht glaubwürdig machten.

Wissenschaftliche Prognosen beruhen klarerweise auf Modellen und Wahrscheinlichkeiten, eine Garantie für ein tatsächliches Eintreten einer Prognose gibt es nicht. In Kombination mit klassischem Risk-Management wird aber schnell klar, dass ein Nicht-Handeln in diesem Fall fatale Folgen haben kann.

Die Aufbereitung von Daten mit Hilfe von Informationsvisualisierungstechniken kann u.a. helfen, komplexe Zusammenhänge klar und verständlich darzustellen und z.B. bei Entscheidungsträgern bestimmte Erkenntnisse mit mehr Nachdruck zu kommunizieren.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert Edward Tufte im Zusammenhang mit der Challenger-Katastrophe. Im Vorfeld des fatalen Unglücks waren Probleme mit bestimmten Materialien des Space Shuttles bei schlechten Wetterverhältnissen bekannt geworden. Tufte beschreibt, dass das Risiko beim Start des Shuttles falsch eingeschätzt wurde, weil die zugrunde liegenden Daten nicht entsprechend gut aufbereitet wurden. Alternative Visualisierungen hätten das Risiko deutlicher machen können.

Informationsvisualisierung erlebt derzeit einen Boom in Zusammenhang mit Social Media: Die unglaublichen Datenmengen im Netz können gerade durch Visualisierung besser ausgewertet und verstanden werden. Spielerische Ansätze für Visualisierungen, wie man sie derzeit während der Fussball-WM findet, spiegeln die Lebendigkeit von Online-Kommunikation wider.

Für Unternehmen kann Informationsvisualisierung auf dieselbe Weise in zweierlei Hinsicht sinnvoll sein: Die visuelle Aufbereitung großer firmeninterner Datenbestände kann helfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Und die Veröffentlichung von Visualisierungen kann ein Zeichen im Sinne von mehr Transparenz in der Unternehmenskommunikation setzen.